Verdrängen und Verschweigen in Bad Reichenhall 2016 jährt sich der Überfall der Wehrmacht auf die Insel Kreta zum 75. Mal. In Bad Reichenhall wird von offiziöser Seite wohl aber auch heuer „gefallener“ Gebirgsjäger wie „Bombenopfer“ der Stadt gedacht werden, um in einem Aufwasch den Überfall zu verherrlichen. Daran haben auch sechs Jahre antifaschistischer Intervention nichts Grundlegendes verändert. Im Vortrag werden NS-Kriegsverbrechen in Griechenland benannt, die auch von den Reichenhaller Gebirgsjägern begangen wurden. Ausstehend ist eine Entschädigung für die Opfer sowie Reparationen und die Rückzahlung einer Zwangsanleihe – nach heutigem Wert 70 Milliarden Euro – durch die Bundesrepublik Deutschland. Weitere Themen sind das unsägliche SS-Gedenken, das Nazis in Reichenhall jährlich zum 8.Mai – dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus – abhalten sowie die Rolle der Bundeswehr in der oberbayerischen Kleinstadt. Alle weitere Infos zur Kampagne in Kürze bei: https://badreichenhall.ml
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09. April 2016 | 19 Uhr Rechte Leute von links oder: Mit Keynes für Deutschland" Referent: Thomas Ebermann
Thomas Ebermann über Linke Politik im nationalen Interesse, den Kampf des Falschen gegen das Falsche und die Anfälligkeit deutscher Keynesianer für Querfronten."Durch die „Versailler Verträge“ – so die Legende – ist Deutschland vor knapp 100 Jahren derart fies bestraft worden, dass die Sieger des Ersten Weltkriegs sich über die Folgen nicht wundern durften, jedenfalls gehörig mit Schuld hatten… „an Hitler“. Da auch die Alliierten manchmal aus der Geschichte lernen, belohnten sie die Deutschen nach 1945 mit Marschall-Plan und Schuldenkonferenz. Heute muss, wer Einwände gegen die deutsche Regierungspolitik erhebt – sagen wir zum Thema Griechenland –, alles vermeiden, was nach Schädigung Deutschlands klingen könnte. Deutschlands Belastbarkeit, sein Staatshaushalt, seine „Steuerzahler“ samt ihren Gefühlen und noch vieles mehr werden so zur Prämisse staatsfrommer Keynesianer. Von links wie von rechts." „Die deutsche Regierung wird, gegen alle empirische Wahrheit, der patriotischen Unzulänglichkeit bezichtigt, und nebenbei wird jeder Gedanke weggewischt, dass die Zeiten tatsächlich eingeschränkter nationaler Souveränität, die Zeiten bis 1990, relativ zu heute erträgliche Zeiten waren. Eben weil Deutschland unter einiger Beaufsichtigung stand. Der Inhalt aller Bücher Lafontaines ist die Konstruktion eines Opferstatus Deutschlands beziehungsweise der Deutschen. Die Palette reicht von Opfer durch Überfremdung über Opfer von Globalisierung, Shareholder-Value und (jüdisch-amerikanischer) Wallstreet nebst anonymen Finanzmärkten, die dem Rheinischen Kapitalismus den Garaus machen (wollen).“ Thomas Ebermann in konkret 01/16.

16.März 2016 | 19 Uhr
Murat Çakir: Hetze und Rassismus in türkischen Medien Deutschlands
Alltagsrassismus ist in Deutschland Realität – er wird sowohl von Einzelnen als auch von Gruppierungen und von staatlichen Institutionen ausgeübt. Natürlich formiert sich auch eine Widerstandskultur. Es müsste selbstverständlich sein, dass die von Rassismus Betroffenen die tragende Säule dieser Widerstandskultur sind. Tatsächlich ist dies leider nicht der Fall. Oft gibt es zwischen einzelnen Gruppen politische Gegensätze, die sie vom gemeinsamen Einsatz gegen Rassismus abhält. Noch schlimmer ist es jedoch, wenn auch innerhalb von verschiedenen Zugehörigkeiten starker Rassismus existiert. Genau die Menschen, die in Deutschland Rassismus erleben, verhalten sich selbst anderen gegenüber genauso rassistisch. Ein negatives Beispiel ist die Spaltung von Migrant_innen, die aus der Türkei stammen. Eine große Rolle spielt die Beeinflussung durch türkische Medien. Aktuell war in Regensburg zu erleben, wie die deutsch-türkische Zeitschrift „Regensburg Haber“ auf ihrer facebook Seite offen gegen Armenier_innen, Kurd_innen und Alevit_innen gehetzt hat. Murat Çakir wird in seinem Vortrag die Rolle der türkischsprachigen Medien beleuchten. Im Anschluss daran gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.
Murat Çakir, murat-cakir.blogspot.de
Die Veranstaltungsreihe Gespräche über Rassismus in der „Willkommenskultur“ ist ein gemeinsames Projekt des IKS und des a.a.a.
Die Idee für die Veranstaltungsreihe stammt aus der Lektüre von Zülfukar Ç. & Savaş T. (Hg.). (2015). Gespräche über Rassismus – Perspektiven und Widerstände. Berlin: Verlag Yilmaz Günay, die uns dabei hilft, mit Rassismuserfahrungen in der täglichen Vereinsarbeit umzugehen.
Fritz Burschel: 3 Jahre NSU-Prozess: Blick in den Abgrund
Anti-demokratische Inlandsgeheimdienste, unkontrolliertes V-Mann-Unwesen, Nazi-Terror-Szene, rassistische Ermittlungen und Staatsversagen: Zwingende Konsequenzen aus dem NSU-Komplex.
Seit vielen Monaten tritt der Münchener NSU-Prozess auf der Stelle. Auch nach den medial geradezu hysterisch gehypten und dann so dreisten und banalen Aussagen der beiden Hauptangeklagten kurz vor dem Jahresende 2015, nach über 60 unverschämt auftretenden Zeug_innen aus der deutschen Nazi-Szene und ständigen Ausfällen von Prozesstagen bleibt es auch nach über 250 Prozesstagen schwierig, das Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München einzuschätzen, mit dem Geschehen außerhalb des Gerichtssaals in Beziehung zu setzen und ein Ende mit einem Urteil abzusehen. Bizarre Ungleich-zeitigkeiten des Innen und Außen des Prozesses charakterisieren die aktuelle Entwicklung: beantwortet jedoch sind die allerwenigsten Fragen vom Beginn des Prozesses, geklärt kaum eine der zahllosen,haar-sträubenden Ungereimtheiten, die die Diskussion bestimmen. Gesellschaftliche und politische Konsequenzen spielen im Alltag vor Gericht und in den (unterdessen ZEHN) Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen so gut wie keine Rolle. Im Gegenteil, die Zuspitzung „Dem Inlandsgeheimdienst konnte nichts besseres passieren als der NSU“ ist so gültig wie am ersten Tag nach dem Aufliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU).
Zum Referenten:
Friedrich Burschel ist Referent zum Schwerpunkt Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Akademie für Politische Bildung der Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin. Er ist akkreditierter Korrespondent des nicht-kommerziellen Lokalsenders Radio Lotte Weimar im NSU-Prozess und Mitarbeiter des Internetprojektes NSU-Watch. Seine Audio- und Printbeiträge zum Prozess und zum NSU sind auf dem Antifra-Blog (http://antifra.blog.rosalux.de) oder auf der RLS-Homepage (http://www.rosalux.de/index.php?id=24495) zu finden.
Der Eintritt ist frei. Alle Spendeneinnahme gehen das Projekt NSU-Watch
Donnerstag, 3. März 2016 | 19:00 Uhr
Felix Balandat: „Motorradfahren ist Krieg – Zur ästhetischen Aktualisierung des „True Black Metal“

Er gilt als die Witzfigur des deutschen Black Metals: René Wagner, alias Kanwulf, alias Ash, einziges Mitglied der sächsischen Band Nargaroth. Aufgrund von Aussagen wie „white music for white people“ und der Zusammenarbeit mit dem rechten Label „No Colours“ wird Wagner oft dem NSBM (National Socialist Black Metal) zugerechnet. Wagners neuester Coup hat hingegen wenig mit Musik zu tun. Der Szenestar ist Gründer des »German Black Metal Commando« (GBMC). Es ist wohl kein Zufall, dass das »MC« in GBMC auch als »Motorcycle Club« gelesen werden kann. Denn durch die Adaption der soldatischen Organisation und Ästhetik der männerbündlerischen Rockerclubs erschaffen sich Wagner und seine Kameraden als „nicht-zu-Ende geborene“ Männer einen Körperpanzer, der ihre frei fließenden Gefühle einkesseln soll.
Zum Referenten:
Felix Balandat schreibt für die Wochenzeitung Jungle World und ist bei Radio Z in Nürnberg aktiv.
Der Eintritt ist frei.
Weitere Infos zum Thema:
http://jungle-world.com/artikel/2014/44/50831.html
Donnerstag, 28. April 2016 | 19 Uhr
Robert Andreasch – „Vom Opportunismus geprägt“ – Die bayerische AfD

Veranstaltungsreihe: Die „Alternative für Deutschland (AfD)“ – eine extrem rechte Partei?
Der bayerische Landesverband der AfD galt (unabhängig vom tatsächlichen Treiben in der Partei) in den Medien meist als „seriös“ oder gar „liberal“. Man berauschte sich am Erfolg Bernd Luckes und ab und zu bekamen die allzulauten RechtsauslegerInnen, wie der Nürnberger Martin Sichert, eins auf den Deckel.
Dennoch konnten die radikal rechten Basen („Patriotische Plattform“ u. a.) innerhalb der Bayern-AfD besonders gut gedeihen. Als sich nach dem Essener Parteitag die konformen RebellInnen und SystemfeindInnen in der Partei bundesweit durchgesetzt hatten, schwenkte der bayerische Landesverband auch „offiziell“ auf den völkischen Björn-Höcke-Kurs. Bei ihren sogenannten „Herbstoffensive“-Märschen zeigte sich die bayerische AfD Ende 2015 als Sammelbecken von “Wutbürgern”, „Identitärer Bewegung“ und Neonazis.
Robert Andreasch – studierte Soziologie und Sozialpsychologie in München. Seit 20 Jahren arbeitet er als freier Journalist zur radikalen Rechten. Er arbeitet unter anderem für den BR, Spiegel, Fachzeitschriften und für die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V. (a.i.d.a.).

Mittwoch, 30. März 2016 | 19 Uhr
Andreas Kemper – „Vom Regen in die Traufe“ – Die Radikalisierung der AfD

Veranstaltungsreihe: Die „Alternative für Deutschland (AfD)“ – eine extrem rechte Partei?
Während in Deutschland Geflüchtete und ihre Unterkünfte angegriffen werden, versucht sich die AfD als parlamentarischer Arm der „Wutbürger“ zu etablieren. Sie macht sich dabei die Debatten um die Flüchtlingspolitik und Einwanderung zu Nutzen und setzt dabei zumeist auf völkischen Nationalismus. AkteurInnen der Neuen Rechte können dabei ungestört weitere rechte Ideologien über die Partei hinaus verbreiten.
Andreas Kemper wird in dem Vortrag die Politik der AfD kritisch beleuchten und dabei auf folgende Fragestellungen eingehen: Wie ist die politische Grundhaltung der AfD? Wie sieht es mit den vertretenen Ideologieformen, wie Rassismus und Nationalismus aus? Wie steht die AfD zu Flucht und Migration?
Andreas Kemper – Publizist und Soziologe mit den Themenschwerpunkten Bildungsbenachteiligung, Klassismus und antifeministische Männerrechtsbewegung. Er veröffentlicht regelmäßig für die Friedrich-Ebert-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung und andere Fachzeitschriften. Im August 2013 erschien sein Buch: „Rechte Euro-Rebellion – Alternative für Deutschland und Zivile Koalition e.V..“

Donnerstag, 25. Februar 2016 | 19 Uhr
Sebastian Friedrich – „Der Aufstieg “ : Die AfD von der Gründungsphase bis zum
Parteitag im Juli 2015
Veranstaltungsreihe: Die „Alternative für Deutschland (AfD)“ – eine extrem rechte Partei?

Die Alternative für Deutschland (AfD) gründete sich im Frühjahr 2013 aus Rechtskonservativen und Nationalneoliberalen. Schnell wurde sie zum Sammelbecken für RechtspopulistInnen und die Neue Rechte. Ein Richtungsstreit sowie ein Personalmachtkampf entbrannte, den der rechte Flügel am Parteitag im Juli 2015 gewann.
Der Journalist Sebastian Friedrich zeichnet die Entwicklung der AfD nach und analysiert das AfD-Klientel. Davon ausgehend können wir darüber diskutieren, wieder AfD ein solidarisches und soziales Programm entgegengesetzt werden kann.
Sebastian Friedrich ist Redakteur der Monatszeitung „analyse und kritik“ sowie des Blogs kritisch-lesen.de. Im Januar 2015 erschien sein Buch „Der Aufstieg der AfD. Neokonservative Mobilmachung in Deutschland“.

Die „Alternative für Deutschland (AfD)“ – eine extrem rechte Partei?

Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) gründete sich im April 2013 als Partei aus Nationalliberalen und Rechtskonservativen. Am Anfang nur als „Anti-Euro-Partei“ wahrgenommen, bediente sie sich schon immer auch anderer Themen, wie der „deutschen Leitkultur“ und reaktionärer Geschlechter- und Familienbilder. Die extrem rechten AkteurInnen ergriffen die Gelegenheit, um die weitere Entwicklung der AfD zu beeinflussen. Der Rechtsaußen-Flügel nahm sukzessiv zu, Liberale traten aus.
Mit den parteiinternen Kämpfen rund um den Bundesparteitag im Juli 2015 und der Abwahl bzw. des Austritts von Parteichef Bernd Lucke hat sich der Richtungsstreit entschieden. Die rechten AkteurInnen konnten den Streit für sich gewinnen und wollen sich als Partei der „besorgten Bürger“, „Asylgegner“ und „Heimatpatrioten“ etablieren. Hierbei setzt die Partei auf „Anti-Asyl-Offensiven“, Ethnopluralismus, völkischen Nationalismus und Abgrenzung aller Art. Ihre AkteurInnen sparen hierbei nicht mit NS-Rhetorik und rechten Parolen.
In den drei Abendveranstaltungen soll analysiert werden, warum die AfD nie eine reine „Ein-Thema-Partei“ war, wie sie sich entwickelt hat und welche Ideologien sie vertritt.
Donnerstag, 25. Februar 2016 | 19 Uhr:
Sebastian Friedrich – „Der Aufstieg“: Die AfD von der Gründungsphase bis zum
Parteitag im Juli 2015
Mittwoch, 30. März 2016 | 19 Uhr:
Andreas Kemper: „Vom Regen in die Traufe“ – Die Radikalisierung der AfD
Donnerstag, 28. April 2016 | 19 Uhr:
Robert Andreasch – „Vom Opportunismus geprägt“ – Die bayerische AfD
Die Veranstaltungsreihe wird getragen von:
a.a.a. – Arbeitskreis für ausländische Arbeitnehmer – Initiativen für
Menschen mit Ein- und Zuwanderungshintergrund e.V.
anita f. – antifaschistische Gruppe in Regensburg
Antifa Café Regensburg
DGB-Jugend Regensburg – Deutscher Gewerkschaftsbund
Fau-Iaa Lokalföderation Regensburg – Freie Arbeiterinnen und Arbeiter
Union
FoSo – Forum Sozialwissenschaften Regensburg
IKS – Internationaler Kultur- und Solidaritätsverein e.V.
Kuhle Wampe Regensburg
Kurt Eisner Verein für politische Bildung in Bayern e.V.
Lernfabrik Meutern
VVN-BdA Kreisvereinigung Regensburg – Die Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
ver.di Jugend Regensburg – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft e.V.
und unterstützt von:
Petra Pan Projekt
Regensburger Sozialen Initiativen e.V.

14. April 2016 | 19 Uhr
Aktuelle Entwicklungen im EU-Grenzregime
Der lange Sommer der Migration 2015 hat die Architektur des Europäischen Grenzregimes mitsamt seiner Institutionen in die Knie gezwungen. Doch längst hat das Grenzregime darauf reagiert und reagiert mit teilweise alten, teilweise neuen Konzepten auf die Bewegung der Migration. Diese Entwicklungen und Pläne werden im Vortrag nachgezeichnet.
Refernt: Bernd Kasparek, bordermonitoring.eu
Die Veranstaltungsreihe Gespräche über Rassismus in der „Willkommenskultur“ ist ein gemeinsames Projekt des IKS e.V. und des a. a. a. e.V.
Die Idee für die Veranstaltungsreihe stammt aus der Lektüre von Zülfukar Ç. & Savaş T. (Hg.). (2015). Gespräche über Rassismus – Perspektiven und Widerstände. Berlin: Verlag Yilmaz Günay, die uns dabei hilft, mit Rassismuserfahrungen in der täglichen Vereinsarbeit umzugehen.

