LiZe in Regensburg

Kategorie: Allgemein Seite 19 von 24

Vortrag 23.06.16

Veranstalter_innen: Freie Arbeiter_innen-Union Regensburg
Donnerstag 23.06.16
Beginn: 19:00 Uhr

FAU – das sind doch die mit der schwarzen Katze?

Die Freie Arbeiter_innen-Union Regensburg stellt sich vor

Warum brauchst auch du eine kämpferische Gewerkschaft? Wofür steht die FAU, was machen wir hier in Regensburg und überregional? Kennst du deine Rechte im Job? Miese Arbeitsbedingungen, was tun? Und was hat es mit dieser Katze auf sich? Neugierig geworden? Dann komm zu unserem Infoabend am 23. Juni, 19 Uhr im L.I.Z.E., Dahlienweg 2AWir informieren über unsere gewerkschaftliche Arbeit und die Ziele der FAU – There is power in a union – get organized!

 

Vortrag 16.06.

Veranstalter_innen:
YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e. V.
anita f. – antifaschistische Gruppe in Regensburg
(!facebook-link!) IKS Regensburg – Internationaler Kultur-und Solidaritätsverein
Donnerstag 16.06.16
Beginn: 19:00 Uhr

„Newroz hinter Barrikaden“

Eine Delegation des YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan ist im März 2016 nach Nordkurdistan gereist. In dieser Zeit fand Newroz statt, das kurdische Frühlingsfest. Am 16. Juni 2016 um 19 Uhr berichtet die Delegation von ihrer Reise und ihren gewonnenen Eindrücken.

newroz hinter barrikaden

Im Herbst 2015 wurde in 17 türkischen Städten die demokratischen Autonomie ausgerufen. Ein alternatives Gesellschaftsmodell, das auf der Befreiung der Geschlechter, Autonomie und Selbstverwaltung durch Rätestrukturen in allen Ebenen aufgebaut ist. Seit dem eskaliert die Lage in Nordkurdistan zunehmend.

Armee und Polizei verhängten in vielen Städten Ausgangssperren und beschießen Wohnviertel teilweise mit Artillerie. Mehrere hundert Zivilisten*nnen wurden seit dem von den türkischen „Sicherheitskräften“ getötet, ganze Stadtviertel dem Erdboden gleich gemacht, Hundertausende sind auf der Flucht. Und viele dieser so genannten Ausgangssperren dauern noch bis heute an.

Doch allen militärischen Anstrengungen zum Trotz, ist es der AKP-Regierung bis jetzt noch nicht gelungen den Widerstand der Bevölkerung zu brechen.
Denn der Widerstand, den Teile der Kurden*innen den Angriffen des türkischen Staats entgegen setzen, war schon immer mehr als nur ein Kampf um Anerkennung. Er war immer verknüpft mir dem Ideal einer freieren Gesellschaft.

Doch worin genau besteht dieses Ideal? Nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität?Kann eine solch radikale Idee ein Vorbild für den nahen Osten sein? Und was bedeutet es für die westliche Linke?

Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, ist eine Delegation des YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e. V. im März 2016 nach Nordkurdistan gereist. In dieser Zeit fand Newroz statt, das kurdische Frühlingsfest. Es ist das Symbol des Widerstandsgeistes des kurdischen Volkes. Am 16. Juni 2016 um 19 Uhr berichtet die Delegation von ihrer Reise und ihren gewonnenen Eindrücken im LiZe (Dahlienweg 2a, 93053 Rgb.).

Weitere Infos:
Tatort Kurdistan
Newroz | Berichte aus Kurdistan

Vortrag 30.05.

Veranstalter_innen: EÖC, ATIK, IKS
Montag 30.05.16
Beginn: 19:00 Uhr

*Gegen die Kriminalisierung migrantischer Selbstorganisation!*
*INFORMATIONSVERANSTALTUNG *
Weg mit §129 a/b!

Mitte April 2015 wurden in vier europäischen Ländern linke türkische
Oppositionelle verhaftet, zehn von ihnen sind immer noch in Haft. Allen
Verhafteten wird die Bildung/Mitgliedschaft oder die Unterstützung einer
„terroristischen Vereinigung im Ausland” nach §129b des StGB (Strafgesetzbuch)
vorgeworfen. Es handelt sich hier um die TKP/ML (Kommunistische Partei
Türkei/Marxistisch-Leninistisch), die in Deutschland weder verboten ist noch auf
einer EU-Terrorliste steht. Einige der Beschuldigten waren bereits jahrelang in
der Türkei inhaftiert. Weil sie dort aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der TKP/ML
verfolgt wurden, hatten sie in Deutschland politisches Asyl erhalten. Nun aber
sitzen sie aus dem gleichen Grund hierzulande wieder im Gefängnis.

Bildschirmfoto 2016-05-11 um 17.32.01

*Weg mit dem §129a/b!*

Die Paragrafen 129a und b standen immer wieder in der Kritik. Für eine
Verurteilung müssen keine konkreten strafbaren Handlungen nachgewiesen werden. Vielmehr geht es um die Kriminalisierung von unliebsamen politischen
Aktivitäten. Besonders deutlich wird dies beim §129 b, nach dem nur mit
Ermächtigung des Bundesjustizministers ermittelt werden darf. Letztlich hat es
die Regierung in der Hand, ob sie politische AktivistInnen als „Terroristen“
verfolgt oder sie als FreiheitskämpferInnen ansieht. Eine solche Meinung kann
jedoch je nach politischem Interesse der Bundesregierung und ihrer Partnerländer
umschwenken.

Im Fall der Verhaftungen der *ATIK**-Aktivistinnen gab es eine enge
Zusammenarbeit zwischen türkischen und deutschen Ermittlungsbehörden. Die
deutsche Justiz macht sich hier zum verlängerten Arm der türkischen Regierung
und sperrt genau diejenigen politischen AktivistInnen ein, die Erdogans Regime
gerne hinter Gittern sehen möchte.

*ATIK ist eine türkische Organisation, die seit 1986 aktiv ist und sich
europaweit für die Rechte von MigrantInnen und der Arbeiterklasse engagiert.
Auch in Deutschland setzt sie sich seit Jahren als eingetragener Verein für die
sozialen Rechte von MigrantInnen ein.
*Freiheit für die ATIK-AktivistInnen und alle Politischen Gefangenen! *

Film 12.05.16

Veranstalter_innen: Kampagne zur Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls
Donnerstag 12.05.16
Beginn: 18:30 Uhr

 

„Als die Deutschen vom Himmel fielen“
Filmvortrag zum Überfall der Wehrmacht auf Kreta

Um den 20.Mai jährt sich der Überfall der Wehrmacht auf die griechische Insel Kreta zum 75.Mal. Zu diesem Anlass und mit der Forderung nach Entschädigung für Hinterbliebene wird der Film „Als die Deutschen vom Himmel fielen“ am 12.05.2016 um 19 Uhr gezeigt.

Der Film erzählt vom Widerstand der Bevölkerung Kretas gegen die deutschen Truppen, die im Mai 1941 die Mittelmeerinsel angriffen. Für die Frauen, Männer und Kinder war es ein Kampf um Freiheit, gegen die Vernichtung ihrer Angehörigen und die Zerstörung der Dörfer.

Obwohl die begangenen Massaker klare Kriegsverbrechen darstellen, haben die Hinterbliebenen und Betroffenen keinerlei Entschädigung erhalten. Ebenso weigert sich die Bundesrepublik die geraubten Goldreserven und eine Zwangsanleihe aus dem Jahr 1942 an den griechischen Staat zurückzuzahlen.
Dass sich die Forderungen nach Reparationen und Entschädigungen keineswegs erledigt haben, zeigt nicht nur die von der Syriza-Regierung vorgetragene Position in der Debatte um griechische Staatsschulden, sondern auch ein Hearing in Bad Reichenhall am 14.Mai: Berichten wird dort neben anderen der 92-jährige Nikolaos Marinakis aus Skines. Auch Familienangehörige von ihm wurden durch die Wehrmacht ermordet, Skines am 1.August 1941 niedergebrannt. Verantwortlich zeichnet das Gebirgsjägerregiment 100 – aufgestellt in Bad Reichenhall.

Der Filmvortrag beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zum Film: http://kreta-film.net
Weitere Informationen zum Hearing in Bad Reichenhall: https://badreichenhall.tk

Die zapatistische Bewegung

A4 Flyer

21.04. Mobivortrag

Infovortrag zu den geplanten AKtionen am 30.04. in Stuttgart gegen die AfD und am 01.05. in Plauen gegen den III. Weg. Dem rechten Mob entgegentreten!

 

Am 30. April hält die AfD in Stuttgart ihren Bundesprogrammparteitag ab. Beflügelt durch die jüngsten Wahlerfolge steht steht dann der nächste Rechtsruck an – vor passender Kulisse: Stuttgart ist mit den „Demonstrationen für Alle“, die sich gegen Sexualerziehung an Schulen richten, eine Hochburg der AfD mit ihrem Forderungen gegen „Gender-Wahn“ und für ein reaktionäres Familienbild. Schon länger ist die AfD das bundesweite Sprachrohr und organisatorische Rückgrat der „besorgten Bürger“ von Pegida bis Salzhemmendorf. Ihr Ziel: ein Bündnis aus Mob und Elite, völkischem Denken und verrohter Bürgerlichkeit, aus Abschaffung des Mindestlohns und Forderung nach Schießbefehl an der Grenze. Was sie schon geschafft haben: die Organisation des Mobs in Clausnitz und anderswo. Am 30. April werden wir daher in Stuttgart gegen die völkische Biedermeier-Elite des völkischen Mobs auf die Straße gehen.

Am 1. Mai will die neonazistische Kleinstpartei III. Weg im sächsischen Plauen aufmarschieren. Auch das vor passender Kulisse: Plauen zieht die Nazis an wie die Scheiße die Fliegen. Seit September demonstriert dort ein Teil der Bevölkerung immer wieder unter dPlauen-1.-Maier Parole „Wir sind Deutschland“, angeführt vom FDP-Bürgermeister, der den rechten Rand der Republik hofiert: Verschwörungstheoretiker wie Jürgen Elsässer und KenFM bis hin zu offenen Neonazis durften hier von der öffentlichen Bühne herunterhetzen. Passend also, dass der III. Weg Plauen zum Aufmarschort gewählt hat, denn die sächsischen Verhältnisse und mit ihnen der bundesweite Dreh nach Rechts werden hier besonders deutlich. Deswegen werden wir am 1. Mai in Plauen, auch zur Stärkung der lokalen antifaschistischen Strukturen, auf die Straße gehen, um den Aufmarsch des völkischen Mobs zum Desaster zu machen.

Plauen und Stuttgart sind zwei Seiten des völkischen Nationalismus, der eine ethnische Homogenisierung vorantreibt und alles „Fremde“ zur Jagd freigibt, in der irren Hoffnung, damit Handlungsmacht zu erlangen gegenüber den eigenen Ängsten vor MigrantInnen, sozialem Abstieg wie allgemein den Launen des Kapitalismus. Der völkische Nationalismus ist aber keine Alternative zur herrschenden Politik, die die Reichen reicher und die Armen ärmer macht, sondern radikalisiert sie nur. Ebensowenig aber ist die herrschende Politik eine Alternative zu den Völkischen, sondern nur eine weitere Spielart des ewig gleichen bürgerlichen Nationalismus. Hier mordet man nicht mehr selbst, sondern lässt ertrinken und bezahlt andere fürs Schießen oder Abschieben, wie aktuell in der Türkei. Auch der „normale“ Nationalismus stellt die Rechte und das Glück des Einzelnen zurück gegenüber dem Wohle des deutschen Standorts mit dem Gerede von schwäbischen Hausfrauen und engeren Gürteln. Eine wirkliche Alternative zum herrschenden Alptraum kann nur in einer solidarischen Perspektive bestehen, die sich den kapitalistischen Sachzwängen nicht beugt, sondern diese abschafft.

Auf nach Stuttgart am 30. April!
Auf nach Plauen am 1. Mai!

Unser Antifaschismus ist antikapitalistisch!
Nationalismus ist keine Alternative!

Film 26.04.

26.04.16, 19 Uhr
In Kooperation mit IKS e.V.

Trans X Istanbul (Maria Binder, 2014)

Gewalttätige Übergriffe gegenüber Trans*Menschen nehmen in der Türkei merklich zu - strafrechtlich kaum verfolgt und wenn dann meist ohne Konsequenzen für die Täter. Der Film „Trans X Istanbul“ beleuchtet verschiedene Aspekte derartiger Hate Crimes und beschäftigt sich mit Entstehungskontexten. Dabei wird Ebru, eine Trans*Frau aus Istanbul begleitet. Ebru kämpft seit über 25 Jahren für die Rechte von LGBTIQ und hat unter anderem zusammen mit einer pensionierten Krankenschwester ein Heim für Trans*Menschen gegründet. „Trans X Istanbul ist ein persönlicher Dokumentarfilm und ein Multiplattform-Menschenrechtsprojekt.“
Für mehr Informationen:
http://www.transxistanbul.com (trailer)
https://www.facebook.com/transxistanbul

Vortrag und Film 08.06.16

Veranstalter_innen: Petra Pan Projekt
Mittwoch 08.06.16
Beginn: 18:30 Uhr

VORTRAG UND FILM ZUM RECHT
AUF ABTREIBUNG INTERNATIONAL

In den meisten Ländern ist der Schwangerschaftsabbruch immer noch
illegal oder aufgrund seiner Stigmatisierung nicht zugänglich. Weltweit sterben etwa 48.000 Frauen aufgrund dieser Illegalisier- ung, etwa 5 Mio. tragen schwerwiegende Gesundheitsschäden davon. Weltweit versuchen Konservative mit der Fokusierung auf die Rechte des Embryos die Lebensrealität und die Bedürfnisse von Frauen unsichtbar zumachen. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über die Gesetzte und Bewegungen, die Frauen davon abhalten ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Diesen Themenkomplex werden wir anhand des Films Abortion Democracy – Poland South Africa zeigen.

diehlflyer neu

Abortion Democracy: Poland/ South Africa
 Deutschland 2008
.
Sprache: Englisch/Polnisch mit deutschen Untertiteln
Dauer: 
50 min.
Regie: Sarah Diehl
Warum ist der Zugang zu einer illegalen Abtreibung in Polen leichter als zu einer legalen Abtreibung in Südafrika?
 Der Film vergleicht die politischen, legislativen und gesellschaftlichen Entwicklungen bezüglich des Schwangerschaftsabbruchs in den Ländern Polen und Südafrika.

Sarah Diehl (*1978) lebt als Autorin in Berlin. Sie engagiert sich mit der Organisation Ciocia Basia im Bereich der internationalen reproduktiven Rechte von Frauen und hat hierzu den preisgekrönten Dokumentarfilm AbortionDemocracy – Poland/South Africa gedreht und zwei Anthologien herausgegeben. Ihr Debütroman Eskimo Limon 9 über den Culture Clash zwischen Israelis und Deutschen erschien 2012 im Atrium Verlag. Ihr letztes Sachbuch Die Uhr, die nicht tickt über das schlechte Image der kinderlosen Frau als Druckmittel zur unbezahlten Care-Arbeit erschien 2014 im Arche Verlag.

Vortrag 2.Juni

Veranstalter_innen: Antifa Cafe Regensburg
Donnerstag 02.06.16
Beginn: 19:00 Uhr

Lothar Galow-Bergemann – AntiBa: der Barbarei entgegentreten! Antifaschismus in Zeiten von Djihadismus und Pegida.

Seit zwei Jahren explodieren Dumpfbackentum, Ressentiment und Barbarei. Im Sommer 14 skandierten Massenaufmärsche „Tod den Juden!“. Organisiert wurden sie von Islamisten, Nazis und Linksreaktionären, deren antisemitischer Hass gegen Israel sie zusehends zusammenführt. Weltweit und in Europa häufen sich djihadistische Terroranschläge auf Juden und jüdische Einrichtungen, auf Symbole von Religionskritik, MeinFlyerWebungs- und Redefreiheit und auf Menschen, die einfach nur ihr Leben genießen oder feiern wollen. Viele verweigern sich ideologiekritischer Analyse dieser Vorgänge, weil sie andernfalls ihr eigenes Ressentiment hinterfragen müssten. Auch in Deutschland erzielen Rechtsreaktionäre erschreckende Wahlerfolge. Ein rassistischer und gewalttätiger Mob agiert gegen MuslimInnen und Flüchtlinge und erfreut sich klammheimlicher bis offener Zustimmung der „Mitte der Gesellschaft“. Der Wahnsinn marschiert.

Antifa, das ist ihr unschätzbares Verdienst, will in Zeiten, in denen leider keine Aussicht besteht, die Verhältnisse grundsätzlich zum Tanzen zu bringen, wenigstens den allerschlimmsten und barbarischsten Kräften in den Weg treten. So wichtig es bleibt, sich offenen Nazis entgegenzustellen – es liegt auf der Hand, dass der Kampf gegen sie allein nicht mehr ausreicht. Stiefel- und Nadelstreifennazis verbindet trotz des äußerlichen Gegensatzes im Kern eine enge Seelenverwandtschaft mit Djihadisten. Wer um ein Minimum an Menschenwürde und um Mindestvoraussetzungen für eine irgendwann vielleicht doch noch gelingende Emanzipation kämpfen will, muss sich der anschwellenden Front der Barbarei in all ihren Facetten entgegenstellen. Vor welchen Herausforderungen theoretischer wie praktischer Art steht Antifaschismus heute? Wie hilfreich und wie problematisch ist die so genannte „Islamdebatte“? Können Begriffe wie „Islamismus“, „Islamophobie“ oder “Islamkritik“ die Problemlage erfassen? Warum ist eine konservativ-orthodoxe Interpretation der Religion in muslimischen Communities so stark präsent? Ist die Rede von „dem“ Islam zutreffend, der im Gegensatz zu „dem“ Christentum Humanität und Säkularität ausschließe? Wie ist ein emanzipatorischer Anspruch inmitten einer zunehmend verrückter werdenden Umgebung aus moslemhassenden Sarrazindeutschen, tatsachenresistenten Linken, Nazis und Djihadisten zu formulieren? Wie kann er praktisch werden?

Lothar Galow-Bergemann schreibt u.a. in Jungle World, konkret und auf www.emafrie.de

Vortrag 5.Mai

Veranstalter_innen: Antifa Cafe Regensburg
Donnerstag 05.05.16
Beginn: 19:00 Uhr

Nils Schumacher – „Alles muss man selber machen“? Kontinuitäten und Brüche selbstorganisierten Antifa-Engagements

„Autonome Antifas’, so heißt es in einem schon älteren Text, genossen innerhalb der Linken anfänglich den Ruf eines Torwarts in einer Fußballmannschaft. Zwar sagt es keiner laut, aber alle glauben zu wissen: er hat eine Macke.
Die ‚Macke’ der AntifaFlyerWeb in den 1980er Jahren bestand nicht nur darin, auf Grundlage eines vergleichsweise hohen Organisie­rungs­grades eine überschaubare Neo-Nazi-Szene fast schon professionell zu verfolgen, sondern vor allem auch darin, die einge­schränkte Perspektive zum stra­te­gi­schen und politischen Ausgangs­punkt umfassender, im weitesten Sinne links­ra­di­kaler Forderungen und Zielsetzungen zu erklären. Angesichts der Wellen massiver rassistischer Gewalt Anfang der 1990er Jahre geriet dieses Bild allerdings ins Wanken, denn ‚Antifa’ wurde von einem Teilbereich zu einer, nicht zuletzt von Jugendlichen getragenen, breiten Bewegung. Sie blieb in Teilen zwar mit den Autonomen verbunden, war aber vor allem durch eine große Eigendynamik geprägt. Ab dem Ende der 1990er Jahre schlossen sich die Ausdifferenzierung in verschiedene Strömungen, Spaltungen und politische Abwendungen von Antifa-Praxis an.
Im Ergebnis dieser Entwicklungen steht der Name ‚Antifa’ seit einigen Jahren schon für sehr unterschiedliche politische Konzepte und praktische Schwerpunktsetzungen: für den Kampf gegen Nazis und „Rechtsextremismus“ in all seinen Spielarten, zum Teil für antirassistische Praxis, vielfach aber auch für ein thematisch allgemeiner ausgerichtetes linkes Engagement, für das ‚Antifa’ eher ein Label darstellt. Dieses Label verwenden ‚militante’ genauso wie ‚zivilgesellschaftlich’ orientierte Gruppen, ‚anti­deutsch’ geprägte genauso wie ‚inter­na­tio­na­lis­tische’ oder ganz pragmatisch ausge­richtete Initiativen. Ein gemeinsames organi­satorisches oder kommunikatives Band besteht nicht.
Aktuelle Literatur aus der „Bewegung“ beschreibt manche dieser Phasen unter Ge­sichts­punkten von Stärke, Durchsetzungsfähigkeit, klaren politischen Konzepten und ‚Erfolg’. Die Darstellungen sind allerdings stark geschönt, so dass eine Reihe von Fragen offen bleiben müssen:
Welche Strömungen und Gruppen ‚der Antifa’ repräsentieren diese Darstellungen eigent­lich und welche tauchen gar nicht auf? Wo liegen die widersprüchlichen Momente dieser Selbstbeschreibungen und der an sie anschließenden Praxisformen? Welche Antworten bieten die unterschiedlichen Ansätze angesichts einer sich aktuell ab­zeichnenden Welle rassistischer Gewalt, rechtspopulistischer Wahlerfolge und neona­zis­tischer Konsolidierung?
Aus Sicht der Protestforschung widmet sich der – illustrierte – Vortrag diesen drei Fragekomplexen.

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